Samstag, 6. Februar 2016

Aktion "Warmer Ofen"

Man darf ja im Fasching nicht alles so ernst nehmen. Leider hat Johi es doch sehr ernst damit gemeint, als er ankündigte, am Faschingssamstag eine Holzaktion zu veranstalten. So haben wir einen Hilferuf rundherum geschickt, damit wir nun nicht ganz allein das schwere Los zu tragen hatten. Zu unserem Glück haben sich neben Franz, unserem Dauerhelfer, auch Benni, Lucas und Manuel bereiterklärt, uns zur Seite zu stehen. Nicht vergessen dürfen wir auch Martina und Anne, die sich für uns um die Verpflegung gekümmert haben.

Früh um 08:30 Uhr stiefelten wir also los. Aufgabe des Tages war es, den Funkenplatz holzfrei zu bekommen, sodass nächste Woche der Bagger weiterwüten und die restliche Erde verteilen kann. Wenn man unseren Funkenplatz in den letzten Monaten mal besichtigt hat, kann man sich das Ausmaß dieser Mammutaufgabe in etwa ausmalen. Für die, die nicht da waren, hier ein Bild:



Das ganze Gelumps musste zusammengesägt und verteilt werden. Der provisorische Holzschopf musste ca. drei Meter den Hang hinaufversetzt werden, das trockene Holz ins Stiegenhaus transportiert (zum Verfeuern) und das nicht ganz so trockene (bis seichnasse) und schöne Holz musste in den neuen Holzschopf umziehen. Wie gesagt, nachdem es klein gesägt wurde.

Aber die Herausforderung wurde akzeptiert und großartig gemeistert. Zwar haben wir nicht ganz alles geschafft, aber das Feuerholz konnte komplett ins Stiegenhaus verbracht werden. Außerdem wurde der Holzschopf geleert und dann den Hang hochgetragen (ja, richtig gelesen!) und dort wieder festgemacht. Anschließend haben Manuel und Lucas sich mit Hilfe zweier Motorsägen über den Haufen Bretter (im Foto im Vordergrund) und einige richtig große Balken hergemacht. Die Balken wurden von Johi dann noch gespalten, Benni hat beinahe jedes einzelne Brett den Hang hinaufgetragen, wo sie von mir fein säuberlich in den neuen Holzschopf geschichtet wurden.

Nach einem echt langen Tag gab's selbstverständlich für alle noch ein Feierabendbier - bevor wir alle ziemlich erledigt auf unsere jeweiligen Couchs sanken.

Und wenn Johi sie nicht wieder aufgescheucht hat, couchen sie noch heute...


Erste Lieferung Feuerholz

Der neue Feuerholzlagerplatz mit Chefschlichter Lucas

Der alte Holzlagerplatz/Funkenplatz mit El Jefe Johi

Nochmal der Chef ;o)

Das Sägewerk am Bürgle

Es wird schon leerer...

...und hier voller!

Uiuiui, dem gehen wir lieber aus dem Weg...

Manuel muss hinter Gittern sägen...

Aufbau des neuen Holzschopfs

Ein Minenfeld voller Nägel am Boden... (heute war es Benni, der dies schmerzhaft zu spüren bekam)

Der Boden des Holzschopfs kommt

Brett vorm Kopf... äh, Wasserwaage

Kampf dem Chaos!

Volle Konzentration!

Zuschauen kann auch anstrengend sein...

Hier wird Kleinholz gemacht

Wenigstens bei uns war das Wetter schön...

...und wir wurden mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt!


Samstag, 2. Januar 2016

Eine Gardinenpredigt...

...haben wir uns ob der heutigen Tagesleistungen sicher nicht verdient - wir haben die Cob-Patzerei bis auf wenige Stellen abgeschlossen und außerdem noch die Fenster geschmückt - wir sind stolze Besitzer unserer ersten Vorhänge:




Na ja, zugegeben: die Vorhänge sind nicht endgültig ;o) aber eine Funktion haben sie doch: sie sollen unsere Fenster vor dem Lehm schützen, der im nächsten Arbeitsgang aufgespritzt werden wird. Bis dahin wird aber noch ein bisschen Zeit vergehen, denn der Cob muss erst trocknen. Wir werden außerdem Luftentfeuchter brauchen, denn aufgrund der eher frischen Temperaturen kann die Luft nicht genug Feuchtigkeit aufnehmen. Die Arbeit wird uns aber auf keinen Fall ausgehen, Johannes hat heute bereits eine To-Do-Liste erstellt, die uns wohl bis März beschäftigen wird...


Eine ziemlich großflächig ausgebesserte Stelle im Stroh...

Zwei von den Dreckspatzen

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Dreckspatzen am Werk

Grade noch im alten Jahr haben wir endlich mit der Schlammschlacht den Lehmarbeiten angefangen. Vorgestern haben wir damit begonnen mit Cob (Lehm-Stroh-Gemisch) die gröbsten Unregelmäßigkeiten an den Außenwänden auszugleichen. Obwohl wir schon mal mit Lehm gearbeitet haben, mussten wir uns wieder neu auf das Material und den zu bearbeitenden Untergrund einstellen. Wir kannten die Lehmmischung nicht (es stellte sich heraus, dass es sich um relativ mageren Lehm handelt) und auch die Wänder verhielten sich teilweise unterschiedlich. Es stellte sich heraus, dass wir verschiedene Mischungen brauchten:
- eine eher zähe Masse mit viel Strohhäcksel
- eine ziemlich flüssige Suppe ohne Stroh
- manchmal auch irgendwas dazwischen (dafür haben wir beide Mischungen wieder zusammengeworfen)

Zunächst haben wir damit begonnen, die auf OSB-Platten befestigten Steckdosen einzuschlämmen. Dabei haben wir zuerst unten "zugeklebt", das heißt den Spalt zwischen Holzplatte und Strohwand mit der festeren Masse verschlossen. Der "erste Durchgang" bestand nur aus diesem Arbeitsschritt. Ziel war, den Lehm etwas anziehen zu lassen bevor wir in einem zweiten Schritt die flüssige Suppe quasi oben hineingegossen haben. Diese zweite Mischung musste deshalb recht dünn sein, weil hinter der Steckdose ja die Kabel liegen und diese gut mit Lehm umschlossen sein sollten. Wir haben auch wenige bis gar keine Strohhäcksel eingearbeitet, weil uns diese beim Einfüllen nur im Weg gewesen wären und möglicherweise verhindert hätten, dass der Lehm auch wirklich in jede Ecke kommt. Das fertige Ergebnis sieht man sehr schön auf den Bildern hier:


Nachdem wir den Steckdosen ausreichend zu Leibe gerückt waren, haben wir damit begonnen, die Wände ein bisschen auszuebenen, sodass später dann die erste Putzschicht, der sogenannte Ausgleichsputz, gut aufgetragen werden kann. Auch hier haben sich die verschiedenen Lehmmischungen gut bewährt. Außerdem haben wir festgestellt, dass sich großflächige, flache Stellen viel besser "reparieren" lassen, wenn man das Ganze in mehreren Durchgängen macht. Einige Stellen haben wir sogar einen ganzen Tag trocknen lassen, bevor wir erneut drangegangen sind. Auch haben wir herausgefunden, dass der Lehm besser hält, wenn man ihn mit Schwung an die Wand klatscht und dann gar nicht so viel verstreicht (aus welchem Grund auch immer erzielte das Verstreichen nach oben bei uns bessere Ergebnisse als das Verstreichen nach unten). Meistens hielt das Zeug am besten, wenn wir erst die zähere Mischung nahmen und dann mit der dünnen quasi anklebten. Man muss hier einfach mit ein bisschen Gefühl arbeiten und ausprobieren. Techniken, die an der einen Stelle sehr gut funktionierten, klappten an anderen gar nicht. 
Wenn wir in der Nähe von Holz gearbeitet haben, hilft es auch gut, den Lehm bis über das Holz bzw. die darauf getackerten Schilfmatten zu ziehen - das gab dem Ganzen mehr Stabilität und wir hatten das Gefühl, dass es (auch und gerade bei großen Flächen) viel besser hielt. Zum "Ankleben" an das Holz haben wir auch wieder die dünne Mischung genommen.

Alles in Allem hat es bisher großen Spaß gemacht und zumindest mir ging es ähnlich wie auf dem Strohbaukurs: man könnte ewig an der gleichen Stelle verweilen und herumperfektionieren ;o) aber wahrscheinlich hat man irgendwann auch davon genug, wenn man ein ganzes Haus verputzen muss ;o) wir haben außerdem auch ausnahmsweise mit Handschuhen gearbeitet, weil es doch sehr kalt war. Zudem haben wir warmes Wasser verwendet um den Lehm anzurühren - der Unterschied zum kalten Gartenschlauchwasser war spürbar!
Für die Mädels (und alle anderen mit langen Haaren) unter den Häuslebauern ein Tipp: lange Haare sollten gezopft werden, sobald man sich auf der Baustelle aufhält - der Staub trocknet die Haare unglaublich aus! 

Neben dem Lehm gibt es noch ein paar weitere "Neuigkeiten", die auch nicht zu vernachlässigen sind:
Zum einen hat Johannes die Innenfensterbänke montiert - schick sehen sie aus:



Außerdem sind wir seit kurz vor Weihnachten stolze Besitzer einer eingebauten (!) Haustür:




Das heißt, es rentiert sich jetzt auch zu heizen - was wir bei den Temperaturen natürlich gern tun:




Chaos pur...


Mama hat gut für unsere Verpflegung gesorgt!




















Die Lehm-Misch-Station








Der Energiehaushalt muss passen!






Montag, 14. Dezember 2015

Endlich sieht man wieder was!

Trotzdem dass wir irgendwie seit Monaten immer an der gleichen Arbeit dran sind (ich habe das Gefühl, ich habe noch nie etwas anderes getan als Schilfmatten an Wände zu tackern!), gibt's doch hin und wieder kleine Neuigkeiten und Veränderungen. So steht unser Haus seit kurzer Zeit von außen fast fertig da! Wir konnten endlich das Gerüst wegnehmen und haben seither endlich wieder Parkplätze! Wir finden, es sieht großartig aus! Was meint ihr?

Auch innen geht es Schritt für Schritt weiter; die Installateure sind ziemlich fertig (also mit der Arbeit), auch die Fenster im Keller und in der Garage sind jetzt drin. Gerade sind bei einigen Arbeiten, die uns schon eine Weile beschäftigten, die letzten Handgriffe zu tun. Wir hoffen, wir können bald mit der ersten Lehmputzschicht anfangen - die Säckchen mit dem Verputz haben es sich auf unserer Terrasse schon häuslich eingerichtet. Auch die Haustür ist schon da und wartet darauf, eingebaut zu werden. Wenn das passiert, sind wir endlich rundum dicht - aber schon jetzt merkt man einen deutlichen Temperaturunterschied nach draußen - unsere Strohballenarbeiter haben brav gearbeitet!