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Freitag, 2. Oktober 2015

Vielleicht sieht's bald aus wie ein Haus...

...denn heute haben Johannes und Franz damit begonnen, die Fassade raufzuschrauben!!!! Zwar sind es erst fünf Bretter auf der Westwand, aber immerhin!

Momentan ist die Fassade auch eines der eher wenigen Arbeitsschritte, bei denen man effektiv Fortschritte sieht, denn es sind zwar unter anderem die Elektriker und Installateure dran (und sie sind auch wirklich fleißig!), aber für den Laien sieht es irgendwie immer gleich aus ;o) viele Rohre am Boden und in der Wand - also Vorsicht, Stolperfallen!

Unsere Nachbarin Andrea meinte übrigens letztens, wir hätten ihr wohl verschwiegen, dass wir ein Dschungelhaus bauen. Schuld daran sind wohl die Schilfmatten an der Wand, die uns als Putzträger dienen werden. Diesen haben wir auch den ersten wirklich größeren Schock während des Bauens zu verdanken. Wir haben nämlich während des Rauftackerns irgendwann festgestellt, dass man ein ganz leises Klopfen vernehmen kann, wenn man ganz still ist. Dieses Klopfen schien irgendwie von den Wänden auszugehen. Also haben wir etwas genauer hingeguckt - und tatsächlich: Da krabbelten kleine Tierchen - und zwar ganz schön viele! Johannes hat dann recherchiert, wir haben den Lieferanten angerufen (der total von den Socken war) und in der Inatura - und kamen dann zu dem wahrscheinlichen Schluss, dass es sich um sogenannte "Totenuhren" handeln musste. Wir waren entsetzt - denn diese Tiere ernähren sich von Schilf. Und was Schilf frisst, frisst letztendlich auch Stroh und Holz. Große Hektik brach aus, wir überlegten, wie wir die ungebetenen Untermieter wieder loswerden konnten.
Nach genauerer Untersuchung stellte sich dann aber zu unserem Riesenglück heraus, dass es sich um Staubläuse handelt. Die wiederum sind ganz ungefährlich - sie fressen sogar die auf dem Schilf vorhandenen Schimmelsporen weg. Deren Weibchen waren auch die Ursache für die Klopfgeräusche - sie klopfen nämlich mit dem Hinterteil um Männchen anzulocken.
Unseretwegen dürften die Staubläuse auch bleiben, denn sobald der Lehmputz aufgetragen wird, würde sich das Problem von selbst erledigen. Wir haben aber überraschenderweise Hilfe von einem Kollegen namens Bücherskorpion bekommen. Der wohnt jetzt - vorübergehend - auch bei uns und da Staubläuse seine Leibspeise sind, gefällt es ihm sehr gut hier. Leider wird auch er in absehbarer Zeit das Schicksal des Eingemauertwerdens erleiden, da er trotz seines Namens leider nicht lesen kann, und die aufgestellten Schilder mit Bitte zum Auszug wohl nicht entziffern wird können.

So weit die wichtigsten Neuigkeiten von  der Strohbaustelle (die jetzt leider keine mehr ist, da so gut wie alles Stroh verbaut wurde - ausgenommen der Cob, den wir noch zum Ausgleichen anmischen werden), und wie immer gibt's natürlich noch ein paar Eindrücke:


Mein Bruderherz beim Treppenfinish...

...mit tatkräftiger Unterstützung von Johannes, der...

...für die Feuchtigkeit zuständig war.

Da wird ganz genau geschaut!

Hundertwasser lässt grüßen ;o)

Eine Kunst, hier unfallfrei durchzukommen

Die Photovoltaikanlage darf noch im Trockenen wohnen

Das Schlauchchaos im Gang...

...und im oberen Stock...

...und auf dem Weg nach unten (oder nach oben?)...

...und in der Küche

Das Dschungelhaus ;o)

Noch immer so viele Matten übrig!

Die Fassade ist da!

Die ersten fünf Schirmbretter sind an ihrem Platz

Unterkonstruktion und Wespenschutzgitter an der Fassade

Auch der Lehm ist schon da und wartet auf seinen Einsatz

Werkhof? Nein, unsere Feuerstelle/Holzlagerplatz

Montag, 14. September 2015

Es geht voran!


Seit dem letzten Eintrag ist einige Zeit vergangen, und es hat sich auch viel getan - obwohl es optisch jetzt langsamer vorangeht. Wir haben mittlerweile nicht nur alle Strohballen abrasiert (dh mit der Motorsäge die überstehenden Halme abgesägt), sondern sind auch fleißig dabei, auf die Balken der Holzkonstruktion die Schilfmatten als Putzträger aufzutackern. Das ist ziemlich anstrengend, weil ca. alle fünf Zentimeter getackert werden muss - und zwar auch auf jedem Draht. Irgendwie sind das ziemlich viele Klammern, und ich habe diese Woche ganz schön Muskelkater gehabt, weil ich acht Stunden über Kopf getackert habe. Aber immerhin sind jetzt das gesamte Schlafzimmer und ein Kinderzimmer fertig. Auch bei den anderen Räumen sind wir schon fleißig dran.


Johi, Franz und Stephan haben außerdem das gesamte Badezimmer mit OSB-Platten verkleidet - man sieht keinen einzigen Strohhalm mehr! Die Platten dienen als Untergrund für die Fliesen - ich hoffe, unser Plattenleger ist zufrieden mit uns!

Weiters sind die Elektro- und Wasserinstallationen schon recht weit fortgeschritten, und auch das gesamte Dach ist mittlerweile eingedeckt. Die Photovoltaikanlage ist am Werden, die Fassade sollte demnächst draufkommen. Ach ja, und auch die Fenster sind eingebaut - unglaublich, wie leise es jetzt im Haus ist! Wir sind auch froh, dass wir mittlerweile mehr oder weniger dicht nach außen hin sind, denn das Wetter wird jetzt spürbar schlechter.

Der erste Lehm für den Innenputz wurde ebenfalls bereits geliefert, und steht auf der Terrasse schon zur Verarbeitung bereit - ich hoffe, wir kommen weiterhin gut vorwärts, sodass wir die erste Putzschicht möglichst bald aufbringen können.












Dienstag, 28. Juli 2015

Strohschlacht extrem


 

Gestern ging's in die zweite (und finale) Phase des Strohballenbaus. Mit Hilfe eines unglaublich engagierten Teams, das mit viel Begeisterung dabei war (Danke!!) haben wir es tatsächlich geschafft, das gesamte Haus und Stephans Wohnung an nur einem Arbeitstag vollständig mit Stroh zu isolieren.
Wir haben uns um 07:00 Uhr getroffen und gingen dann, dank Margit auch mit dem dringend benötigten schwarzen Gold (aka Kaffee) versorgt, gleich zur Einweisung über. Dabei erklärten Johi und Stephan allen denjenigen, die beim ersten Mal Strohfüllen noch nicht dabei gewesen waren, wie die Sache von sich gehen sollte. Dann haben sich alle in Dreierteams im Haus verteilt und los ging's!
Alle unsere Helfer haben sich echt ins Zeug gelegt und super zusammengearbeitet - trotz einiger Ausfälle ("Du blöder Penner!";o)), und so war zum Mittagessen (danke Nina!) bereits das Erdgeschoss komplett fertig isoliert. Frisch durch ein hervorragendes Chili con Carne, Topfencreme und Kaffee gestärkt wurde am Nachmittag noch der Rest in Angriff genommen und pünktlich zum Eintreffen der ersten Gäste für die am Abend angesetzte Firstfeier waren wir fertig! Eine unglaubliche Leistung, die wir unseren vielen freiwilligen Helfern zu verdanken haben, und denen wir gar nicht oft genug Danke! sagen können!
Meine Mama und Margit hatten in der Zwischenzeit die Garage feierlich dekoriert und sich dabei mächtig ins Zeug gelegt, sodass es essens- und getränketechnisch an nichts fehlte. Thomas und Claudio haben mit uns den von unseren Nachbarn gesponserten Firstbaum aufs Dach gebracht und Johi hielt eine kleine Ansprache, bei der er sich nochmals bei allen bedankte. Claudio hat dann das obligatorische Glas vom Dach geworfen, welches Gott sei Dank auch planmäßig auf der Straße zerschellte.
Danach waren dankenswerterweise auch bereits die bestellten Grillhühnchen durch, und wir konnten den anstrengenden Tag bei einer gelungenen Feier beschließen.