Dienstag, 17. März 2015

Unser Konzept



Wir möchten im Frühjahr 2015 unseren Traum vom Haus in Dornbirn, Vorarlberg (Österreich) verwirklichen. Dabei ist uns wichtig, dass wir natürliche Materialien sowie alte, kreative Techniken verwenden und möglichst viel Eigenleistung einbringen. Wir möchten, dass sich auch spätere Generationen in unserem Haus wohlfühlen und das Gebäude eine möglichst geringe Belastung für unsere Umwelt darstellt - sowohl bei der Errichtung als auch danach.

Durch Johannes‘ Mutter, die selbst im Bereich Permakultur engagiert und weit über die Grenzen Österreichs hinaus mit ihrem Schaugarten bekannt ist, haben wir den Strohballenbau kennen gelernt. Es ist dies eine sehr alte Technik, die in verschiedenen Varianten ausgeführt werden kann. Für unser Haus haben wir uns für die Infill- oder Holzständerbauweise entschieden. Dabei werden die Strohballen als Dämmstoff zwischen das Holzgerippe des Hauses geschichtet, wobei sehr viel Eigenleistung erbracht werden kann. Zudem sind mehrstöckige Gebäude dieser Bauweise statisch völlig unbedenklich.
 
Den Strohballenbau werden wir außen mit einer Holzfassade verkleiden während im Innenausbau überwiegend Lehmputz verwendet wird. In den Nassräumen und teilweise auch in anderen Teilen des Hauses wird eine alte marokkanische Verputztechnik, Tadelakt genannt, verwendet.

Auch die Haustechnik wurde unter ökologischen Gesichtspunkten ausgewählt. Geheizt wird mittels Luftwärmepumpe und Wandheizung, in der Übergangszeit kann der Kachelofen genutzt werden. Den benötigten Strom produziert überwiegend unsere Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Häufig werden wir gefragt, ob „das denn nicht brennt“? Nun, hoffentlich nicht! Nein, ganz im Ernst, das Stroh ist sehr, sehr dicht gepresst und wird darüber hinaus ja auch noch verputzt. Es ist natürlich nicht empfehlenswert, eine Fackel dranzuhalten, aber wo ist das denn wirklich ratsam? Wir verwenden gern den Vergleich mit einem Telefonbuch; auch das brennt nicht sehr gut, denn die Luftzufuhr ist einfach zu gering.

Die zweite Angst, die viele umtreibt, sind Mäuse. Auch das bereitet uns keine schlaflosen Nächte, denn zum einen finden die Tierchen bei uns kein Futter (das Stroh ist ja gedroschen und es sind kaum mehr Körner drin) und zum anderen sind die Strohballen sehr, sehr dicht gepresst. Daher wäre es für die Zwerge viel zu anstrengend, dort einzuziehen und der Mäusehausbau würde sie viel zu viel Energie kosten. Die wohnen lieber im Hühnerstall.

Dieser Blog soll auch dazu dienen, anderen Selbst- und Strohbauern Hilfestellung zu geben. Wenn jemand praktische Erfahrung in den Techniken Strohbau, Lehmputz, Tadelakt oder anderem sammeln möchte, ist er/sie gerne herzlich eingeladen! Kontaktaufnahme ist unter tanja.kuen@gmx.net oder johannes.rusch@gmx.net möglich. Wir freuen uns auf euch!

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